Köstritzer-Pokal 18. 05. 2017

In sieben Tagen: Endspiel um den Köstritzer Landespokal

In sieben Tagen, am 25.05.17, wird das diesjährige Endspiel im Köstritzer Landespokal zwischen dem FSV Wacker 90 Nordhausen und dem FC Rot-Weiß Erfurt um 12.45 Uhr im Erfurter Steigerwaldstadion angepfiffen. Mit unseren Beiträgen wollen wir Sie darauf einstimmen.

Heute: Als es vor acht Jahren in Nordhausen dunkel wurde

Wenn der FSV Wacker 90 Nordhausen und der FC Rot-Weiß Erfurt im Landespokal aufeinander treffen, dann kommen unweigerlich Erinnerungen an den 10. September 2009 hoch.

Am diesem Abend standen sich Thüringenligist Wacker und Drittligavertreter RWE in der 2. Hauptrunde des Landespokals gegenüber. Das Spiel wurde mit Rücksicht auf die Zuschauer und vielleicht auch mit dem Gedanken, dass der höherklassige Gast wohl kaum in eine Verlängerung oder gar Elfmeterschießen gehen würde, um 18 Uhr angesetzt. Zu spät, wie sich im Nachhinein heraus stellte, wobei der Hauptplatz im Albert-Kuntz-Sportpark nicht über eine Flutlichtanlage verfügte. Nach dem frühen Führungstreffer von Cannizaro (17.) glich Nordhausens Klaus drei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit per Foulelfmeter zum 1:1 aus. So ging die Partie in die Verlängerung. Aber in der fielen keine Tore mehr, obwohl die Presse von einer „drückenden Überlegenheit“ der Erfurter berichtete. So musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Aber das konnte nicht stattfinden, denn gegen 20.15 Uhr war es einfach zu dunkel.

Auch die Feuerwehr, die einen Halogenballon aufbaute, konnte letztlich nicht helfen. „Die Sicht war nicht optimal - die Bedingungen irregulär“, schrieb der MDR auf seiner Internetseite.

Damit blieben nur der Abbruch des Spiels und die Neuansetzung. Die Begegnung wurde am 11.10.09 um 13.30 Uhr ausgetragen und der FC Rot-Weiß gewann mit 6:0.

Mit Matthias Peßolat, damals Spieler bei RWE und jetzt aktiv in Nordhausen, und dem Erfurter Carsten Kammlott dürften zwei Akteure nach acht Jahren auch im Pokalfinale 2017 im Steigerwaldstadion auf dem Rasen stehen. Martin Hauswald, heute Co-Trainer bei Wacker, und Sven Pistorius, Schatzmeister im Verein, erinnern als zwei weitere Spieler, die 2009 mit dabei waren, an jenes Ereignis.

„Es war für uns damals das Spiel des Jahres. Wir haben gekämpft und uns regelrecht durch die Verlängerung geschleppt. Ich habe aber trotzdem immer mal wieder nach oben geschaut und überlegt, wie es wohl weitergehen wird. Aber wir wollten das Elfmeterschießen unbedingt und haben, gemeinsam mit der Stadt, alles versucht, es durchzuführen. Aber es ging nicht“, sagt Sven Pistorius.

Martin Hauswald hatte zwar nicht mehr die richtige Torfolge und die Schützen in Erinnerung, aber er wusste, dass die Situation beim Elfmeterschießen mehr als grenzwertig war. „Die Torhüter haben ganz gut gesehen, aber die Schützen wurden geblendet“, blickt der heutige Nordhäuser Co-Trainer zurück.

Michael Wilske, der Schiedsrichter, der in der Saison zuvor schon ein Pokalspiel zwischen beiden Vereinen gepfiffen hatte, erinnert sich an die Vorkommnisse als „kuriosesten Szenen in meiner Laufbahn als Unparteiischer“. Die Entscheidung über den Abbruch der Partie habe jedoch nicht er getroffen, beteuert er: „Die kam von weiter ‚oben’.“ Wilske, 2016 als „Schiedsrichter des Jahres“ geehrt, pfiff übrigens auch das Wiederholungsspiel.

Ähnliches wie vor acht Jahren ist diesmal im Steigerwaldstadion nicht zu erwarten …

Hartmut Gerlach