Sportgericht 12. 10. 2017

Punkte für den SV Blau-Weiß Büßleben nach Urteil in der 11teamsports-Landesklasse

Das Sportgericht des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) hat sich in einem schriftlichen Einzelrichterverfahren mit dem Spielabbruch der 11teamsports-Begegnung SV Blau-Weiß Büßleben gegen TSV Blau-Weiß Westerengel (23.09.17. Staffel 2) in de 38. Minute wegen Verletzung eines Spielers vom TSV Blau-Weiß Westerengel beschäftigt. Danach erging dieses Urteil:

1. Wegen des Spielabbruchs durch die Mannschaft TSV Blau-Weiß Westerengel wird gemäß § 14, Ziffer 2, (1) der Spielordnung des TFV das genannte Punktspiel mit 2:0 Toren und drei Punkten für SV Blau-Weiß Büßleben als gewonnen und mit 0:2 Toren für den TSV Blau-Weiß Westerengel als verloren gewertet.

2. Gegen den TSV Blau-Weiß Westerengel e.V. wird gemäß §40, (1) der Rechts- und Verfahrensordnung des TFV (RuVO) eine Verwarnung ausgesprochen.

An dieser Stelle aus gegebenem Anlass etwas ausführlicher als sonst die Begründung des Sportgerichts:

Im genannten Punktspiel kam es in der 38.Minute beim Spielstand von 2:0 für SV Blau-Weiß Büßleben zu einer schweren Kopfverletzung eines Spielers vom TSV Blau-Weiß Westerengel. Aufgrund dieser schweren Verletzung und der Tatsache, dass dieser Spieler der deutschen Sprache nicht mächtig war und deshalb von Spielern ins Krankenhaus begleitet werden sollte, stellte der Mannschaftskapitän beim Schiedsrichter den Antrag, das Spiel abzubrechen und nicht fortzuführen. Daraufhin erläuterte ihm dieser eventuelle sportrechtliche Konsequenzen. Danach folgte der Schiedsrichter dem Antrag und brach das Spiel ab.

Der Vorsitzende Spielausschusses des TFV forderte beide Vereine zu einer kurzfristigen Zuarbeit auf, mit dem Vorschlag einer mögliche Neuansetzung für Samstag, den 07.10.2017. Nachdem Büßleben einer Neuansetzung nicht zustimmte, wurde ein Verfahren gegen Westerengel eingeleitet.

In der Begründung heißt es weiter: „Spielabbrüche müssen durch das Sportgericht bewertet und entschieden werden, die mit Urteilen in der Sache beendet werden müssen.

Im § 8 der Spielordnung (SpO) des TFV sind die Modalitäten eines eventuellen, eines möglichen Spielabbruchs klar definiert. Spielabbruch wegen Verletzungen von Spielern sieht die SpO nicht vor. Unter Ziffer 13 ist außerdem eindeutig geregelt, dass eine Mannschaft nicht zum Spielabbruch berechtigt ist. Deshalb ist der Spielabbruch durch den TSV Blau-Weiß Westerengel auch als schuldhaft im Sinne des §43 der RuVO zu bewerten und zu verurteilen.

Hartmut Gerlach