Köstritzer-Pokal 21. 05. 2019

Countdown für das Finale um den Köstritzer Pokal Thüringen: noch fünf Tage

Das 29. Endspiel des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV), in dem der Köstritzer Pokal ausgespielt wird, findet am 25. Mai, also in fünf Tagen, im Steigerwaldstadion Erfurt statt. Dann stehen sich um 16.15 Uhr der FSV 1996 Preußen Bad Langensalza (Thüringenliga) und der FSV Wacker 90 Nordhausen (Regionalliga) gegenüber.

Die Thüringer Begegnung ist Teil des „Finaltages der Amateure“ und damit in der ARD zu sehen.

Wir wollen Sie auf das Landespokalendspiel des TFV einstimmen und werden dies bis zum 25.05.19 mit jeweils einem Beitrag tun.

Heute (7): Carsten Kammlott - vor fünftem Pokalendspiel in zwei Landesverbänden und drei Vereinen

Wenn Carsten Kammlott von seinem Heimatort zum Training oder zum Wettkampf ins rund 60 Kilometer entfernte Nordhausen fährt, dann führt sein Weg am Sportplatz in Gehofen vorbei. Bei der Fortuna machte der heutige Stürmer vom FSV Wacker 90 seine ersten Fußballschritte, bevor es ihn mit elf Jahren zum FC Rot-Weiß Erfurt zog.

Ein Kumpel war auf ein Inserat der Erfurter in der Zeitung aufmerksam geworden. Die suchten Talente. Die beiden Freunde aus dem Kyffhäuserkreis stellten sich so wie 120 Kinder vor und Kammlott wurde gesichtet. Damals gehörte Nachwuchschef Heiko Nowak, heute in Diensten des FC Carl Zeiss Jena, zu den Experten, die das Talent von Carsten erkannten. Nun waren die Eltern gefragt, die ihren Filius mehrmals die Woche in die Landeshauptstadt kutschierten. Schließlich war ein Platz im Internat frei und vieles wurde einfacher. Carsten Kammlott durchlief alle Nachwuchsklassen bei RWE und fand in Wolfgang Klein, Hans-Jürgen Klein, Henri Fuchs oder Christian Preußer Trainer, die ihn weiterentwickelten.

Es folgten die ersten Spiele im Männerbereich in der Zweiten und am Ende der Saison 2008/09 auch zwei Einsätze in der 3. Liga. 2010 unterschrieb Kammlott seinen ersten Profivertrag. Für drei Jahre (2010 - 2013) sollte dann RB Leipzig seine sportliche Heimat werden. Es sei eine wichtige Zeit gewesen, blickt der heute 29-Jährige zurück, er habe bei RB (83 Spiele/10 Tore) viel gelernt. Mit den Leipzigern wurde er übrigens 2013 beim 4:2 gegen Chemnitz auch Sachsenpokalsieger.

Im Januar 2014 dann die Rückkehr zu Rot-Weiß. Für den Verein absolvierte er 136 Spiele und traf 42 Mal. Das spektakulärste Tor erzielte Carsten am 13.08. 2015 im Vergleich mit Dynamo Dresden. Der Hackentreffer im Stil von Fritz Walter machte ihn mit einem Schlag in ganz Deutschland bekannt und die sensationelle Leistung wurde von über 20 Prozent der ARD-Zuschauer als das „Tor des Jahres“ gewählt. „Die Ehrung hat mein Leben nicht verändert, aber es gab danach schon viele Anrufe und Pressetermine“, sagt der Stürmer.

Seit dieser Saison schnürt der Ex-Erfurter nun die Schuhe für Wacker Nordhausen. „Die Mannschaft ist eine Supertruppe, es gibt einen großen Zusammenhalt. Das habe ich bisher noch nicht so erlebt. Es macht viel Spaß, hier zu spielen“, schwärmt er von seinen Teamgefährten. Mit denen möchte er am Saisonende Platz 3 in der Regionalliga erreichen.

Außer dem Pokalfinale mit den Roten Bullen stand Carsten Kammlott bisher noch drei Mal in einem Thüringer Endspiel. Die Partien gegen Carl Zeiss Jena (2013/14 und 2015/16) verlor er mit RWE 0:5 und 0:2. 2017 dann der Pokaltriumph im heimischen Steigerwaldstadion gegen Wacker Nordhausen (1:0). Das am 25. Mai ist somit das vierte Thüringer Finale in zwei Vereinen.

Carsten Kammlott weiß natürlich, dass seine Mannschaft als Regionalligist mit der Favoritenbürde in das Match gegen den 13. der Thüringenliga geht. „Wenn wir klar im Kopf sind, unsere Leistung abrufen und uns gegenseitig unterstützen, dann sollte es klappen. Der Trainer wird uns schon entsprechend einstellen“, blickt der verheiratete Familienvater (zwei Kinder) voraus. Mit Carsten Weis und Tobias Eckermann, die nun das Trikot des FSV 1996 Preußen Bad Langensalza tragen, trifft er übrigens auf ehemalige Weggefährten.

Carsten Kammlott will seine Stärken einbringen, um den Pott für die Rolandstädter zu holen. Eher zögerlich nennt er sie auf Nachfrage. Es habe schon einen ganz guten „Riecher“, beschreibt er seine Torjägerqualitäten. Auch mit seiner Technik und der Schnelligkeit könne er einiges anfangen. Aber er sei ein Mannschaftsspieler und besser könne man immer spielen, sagt der gelernte Kaufmann für Bürokommunikation, der den Fokus in den letzten Jahren auf den Fußball gelegt hat, bescheiden. Die Zurückhaltung hört aber auf, wenn es um den Pokal geht. Den möchte er natürlich gewinnen …

Hartmut Gerlach