Köstritzer-Pokal 20. 05. 2019

Countdown für das Finale um den Köstritzer Pokal Thüringen: noch sechs Tage

Das 29. Endspiel des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV), in dem der Köstritzer Pokal ausgespielt wird, findet am 25. Mai, also in sechs Tagen, im Steigerwaldstadion Erfurt statt. Dann stehen sich um 16.15 Uhr der FSV 1996 Preußen Bad Langensalza (Thüringenliga) und der FSV Wacker 90 Nordhausen (Regionalliga) gegenüber.

Die Thüringer Begegnung ist Teil des „Finaltages der Amateure“ und damit in der ARD zu sehen.

Wir wollen Sie auf das Landespokalendspiel des TFV einstimmen und werden dies bis zum 25.05.19 mit jeweils einem Beitrag tun.

Heute (6): Carsten Weis - fünftes Pokalfinale mit dem dritten Verein

Für den 33-jährigen Carsten Weis gehört das diesjährige Landespokalfinale um den Köstritzer Pokal Thüringen schon fast zur Normalität. Im Gegensatz zu seinen Teamgefährten vom FSV 1996 Preußen Bad Langensalza hat der gebürtige Erfurter, der mit Ehefrau und Sohn immer noch in der Landeshauptstadt wohnt, das Flair eines Endspiels schon vier Mal erlebt. Wenn der Mittelfeldspieler am 25. Mai für den Thüringenligisten aufläuft, woran man eigentlich nicht zweifelt, es sei denn, er ist verletzt, dann spielt er mit dem FSV Preußen nach dem ZFC Meuselwitz und der BSG Wismut Gera bereits für den dritten Verein in einem Finale

2007/08 unterlag er mit dem ZFC dem FC Rot-Weiß Erfurt mit 0:1 nach Verlängerung. 2009/10 dann der erste Pokalerfolg mit den Zipsendorfern, als man den VfB 09 Pößneck mit 2:0 bezwang. Auch das Finale gegen den 1. SC 1911 Heiligenstadt endete 2010/11 mit dem Pott, selbst wenn der nach einem 6:5 im Elfmeterschießen gegen den unterklassigen Gegner sehr schwer erkämpft war. Und dann war da noch das Endspiel der vorigen Saison mit Wismut Gera, das die BSG gegen den FC Carl Zeiss Jena glatt mit 0:5 verlor.

„Wir waren damals viel zu ängstlich, hatten zu viel Respekt und zu wenig Mut. Jena machte recht früh alles klar. Aber es dennoch war ein sehr schönes Erlebnis mit der Unterstützung der vielen Geraer Fans“, erinnert er sich an jenen 21. Mai 2018 im Steigerwaldstadion.

Natürlich hat Carsten einst in seiner Geburtstadt mit dem Fußball begonnen. Beim FC Rot-Weiß Erfurt erhielt er von den E- bis zu den A-Junioren eine solide Ausbildung. Dann ging es für vier Jahre nach Meuselwitz, wo er auch eine Lehre zum Groß- und Außenhandelskaufmann erfolgreich abschloss. Der Regionalligist FSV Zwickau war dann die nächste sportliche Adresse, bevor es ihn wieder nach Erfurt zog, wo er bei RWE zwei Jahre in der Oberliga spielte. Ab Sommer 2016 verstärkte er Wismut Gera. Den Verein verließ er im Winter 2019.

„Das hatte ausschließlich berufliche Gründe, denn ich hatte mich in Gera erfolgreich etabliert. Aber ich habe nicht mehr die Zeit, mehr als zwei Mal zu trainieren“, begründet er seinen Weggang aus der Ostthüringer Metropole, die verbunden ist mit der neuen Arbeitsstelle bei der Mediengruppe Thüringen. Doch natürlich wurde er in Bad Langensalza mit offenen Armen empfangen. Der FSV sei eine Supertruppe, es gebe viele feine Charaktere und man sei ein eingeschworenes Team, beschreibt er seine neue Mannschaft. Mit der wolle er alles tun, um die Klasse zu halten. Dazu bedürfe es wohl noch zwölf Punkte aus den letzten sechs Partien, wobei man zuletzt 15 in neun Spielen geholt habe. Carsten kann mit seinen Fähigkeiten selbst einen wesentlichen Beitrag zum Klassenverbleib leisten. Er selbst habe Stärken in der Technik, der Übersicht, dem Spielverständnis und den Standards, sagt er auf Nachfrage. Da fällt kaum ins Gewicht, dass andere schneller sind.

Im Pokalfinale ist der aktuelle Drittletzte der Thüringenliga natürlich klarer Außenseiter. Die Intention von Carsten Weis: „Wir wollen das Spiel gegen eine sehr, sehr ambitionierte Regionalligavertretung solange als möglich offen halten. Dazu gehört vor allem eine solide Defensivarbeit.“ An Spiele gegen Nordhausen hat er eigentlich sehr gute Erinnerungen, denn in den beiden Pokalvergleichen mit Gera sind ihm zwei späte Tore in der Verlängerung gelungen, wobei man Wacker einmal aus dem Wettbewerb werfen konnte. Im Fußball ist alles möglich, sagt er mit einem Lächeln und dem Blick auf seine Pokalerfahrungen ….

Hartmut Gerlach