Spielbetrieb 17. 11. 2020

FuPa Thüringen als weitere Plattform für den Amateurfußball in Thüringen

Andrè Hofmann und Felix Böhm haben sie – die Lizenz. Nein, natürlich nicht die aus dem Titel des 16. Bond-Films. Die beiden Geschäftführer von FuPa Thüringen besitzen vielmehr die Genehmigung, dem Amateurfußball im Freistaat auf ihrem Internetportal eine (weitere) Plattform zu bieten. Und das nutzen die Vereine nicht nur an den Wochenenden, wenn gespielt wird, ausgiebig.  Aber das Portal bietet auch Infos zu Vereinen, Ligen und Spielern des Amateurfußballs der Region.

Zugegeben, wenn der Verfasser dieses Artikels bei FUSSBALL.DE, dem großen Amateurfußball-Portal des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), das für sich wirbt „alle Begegnungen, Ergebnisse, Tabellen und Informationen über die einzelnen Vereine in Deutschland“ zu veröffentlichen, das Gewünschte nach Begegnungen in verschiedenen Thüringer Spielklassen nicht zeitnah findet, ist der Klick auf https://www.fupa.net/region/thueringen immer eine Option

Grund genug, einmal mit den beiden Redakteuren von FuPa.net Thüringen, die ihren Job hauptamtlich bestreiten, wobei feste Arbeitszeiten wohl eher die Ausnahme sind, zu sprechen. Denn der Thüringer Fußball-Verband (TFV) sieht sich, obwohl seit Jahren jeden Tag mit Nachrichten präsent – derzeit steuern wir seit der Installierung der HP am 27.09.2005 auf die 19.000er Marke zu -  mit seiner Internetseite nicht als Konkurrent von FuPa Thüringen. Das bekräftigen auch unsere beiden Gesprächspartner unisono im Laufe unserer Unterhaltung, die coronabedingt jedoch nur per Telefon stattfinden konnte. „Zwischen uns gibt es keine Reibung, da die Anliegen höchst unterschiedlich sind. Wir sind an einem guten Verhältnis zum Verband und an einem vernünftigen Dialog mit den Funktionären interessiert. Wir können eigentlich voneinander nur profitieren und uns ergänzen“, bekräftigt Böhm.

Die Ursprünge für FuPa Thüringen liegen 2012 bei „Fanreport“. Dafür schrieb einst Andrè Hofmann und betreute als erster in Thüringen viele Ligen. „Ich war auf der Suche nach Mitstreitern und fand rasch den Kontakt zu Felix Böhm. Aber dann kam es 2014 zur Insolvenz bei ‚Fanreport’, Ich hatte danach über Holger Herzberg aus Sachsen rasch Kontakt zu FuPa“, erläutert Hofmann den Beginn der Unternehmung. Bei ihm habe er vor etwas mehr als fünf Jahren angefangen, das Portal FuPa für Thüringen aufzubauen. 2018 hätten sie, nachdem sich die Internetpräsenz nicht so in die gewünschte Richtung entwickelt habe, bei FuPa in der Zentrale nachgefragt, ob man nicht für Thüringen die entsprechende Lizenz bekommen könne. Das sei gelungen und so wagten Andrè und Felix im Sommer 2018 den Sprung in die Selbständigkeit. „Wir gründeten eine GbR (Sportlight Böhm & Hofmann GbR, Schillerstraße 1, 98617 Meiningen), bewirtschaften FuPa Thüringen selbständig und machen darüber hinaus noch ein paar andere Sachen“, so Hofmann.

Auf die Frage, wie denn der Mitarbeiterstab funktioniere, tönt ein herzhaftes Lachen durch die „Leitung“. Die Redaktion besteht nur aus Andrè und Felix. Man habe sich Thüringen aufgeteilt in fünf (Hofmann) bzw. vier (Böhm) Regionen, erklären die beiden Macher. Unterstützt werde FuPa Thüringen durch zwei, drei Leute. Aber: Das Gros der „Mitarbeiter“ besteht indes aus so genannten Vereinsverwaltern. Die werden zuvor mit Hilfe des jeweiligen Vereins überprüft. Wenn alles in Ordnung ist, erhalten sie einen Zugang und können die Daten des Vereins selbst pflegen. „Davon lebt unsere Seite. Wir könnten ja gar nicht die unzähligen Spielberichte und Infos, die man auf FuPa Thüringen findet, leisten. Natürlich können sich die Sportgemeinschaften damit auch präsentieren und mehr Aufmerksamkeit erreichen. Wir sind auf die Vereinsverwalter angewiesen und sind froh, dass dies so gut funktioniert“, sagt Felix Böhm und sein Partner fügt hinzu: „FuPa ist ein klassisches Mitmach- und Community-Portal. Felix und ich ergänzen es um die Komponente redaktionelle Berichterstattung.“

Über ein Prämiensystem bekommt ein Vereinsverwalter Punkte, die man dann gegen einen Pullover oder eine Jacke eintauschen kann. Aber vordergründig sei, so sagen beide übereinstimmend, dass FuPa Thüringen die Möglichkeit zur Darstellung von Vereinen in der Öffentlichkeit biete. Das Hofmannsche Fazit lautet: „Es ist ein Geben und Nehmen.“

Natürlich werden die beiden FuPa Thüringen - Chefs nicht aus dem Gespräch ohne persönliche Angaben entlassen. Felix Böhm, 30 Jahre und seit vier Wochen glücklicher Vater einer Tochter, ist gebürtiger Meininger, in Henneberg aufgewachsen und hier auch noch bei der SG SV 87 im Fußball, derzeit leider Tabellenschlusslicht, in der Kreisoberliga aktiv. Er kann auf einen erfolgreichen Abschluss eines Betriebswirtschaftsstudiums in Erfurt blicken. Zuvor hat Felix vier duale Semester Tourismuswirtschaft studiert und durfte in dieser Zeit interessante Erfahrungen beim Veranstalter für Biathlon in Oberhof sammeln.

Andrè ist vier Jährchen älter und wohnt seit 2008 in Berlin. In der Hauptstadt sei er nach einem Praxissemester am Ende seines Sportmanagment –Studiums in Salzgitter mit dem Abschluss als Diplomkaufmann „hängen“ geblieben. Die erste Arbeitsstelle trat er bei der Deutschen Telekom AG als Produktmanager an, wobei er die Seite „Liga Total.de“ betreute. In dieser Zeit pendelte er zwischen Darmstadt und Berlin. Dabei vollzog Andrè auch schon einen „fließenden Übergang“ zu Fanreport. Vor FuPa.net Thüringen gab es noch einen kurzen Abstecher zur Volleyball-Bundesliga. Der geborene Südthüringer – Vater Uli in Römhild, kürzlich 60 geworden, ist sicher vielen nicht nur im TFV aufgrund zahlreicher haupt- und ehrenamtlicher Tätigkeiten ein Begriff -  hat im Nachwuchs Fußball gespielt, war Schiedsrichter und verfügt über die Trainer B-Lizenz.

Dass Corona zurzeit dem Fußball die Rote Karte zeigt, merkt man, wenn man FuPa Thüringen anklickt, kaum. Jeden Tag findet man hier interessante Beiträge. Ein Anspruch, den auch der Autor dieses Artikel für www.tfv-erfurt hat, selbst wenn, wie schon dargestellt, die Aufgabe im TFV in Sachen Öffentlichkeitsarbeit eine etwas andere ist … .

Hartmut Gerlach