Spielbetrieb 22. 03. 2020

Fußball in Thüringen (2): So rollte der Ball vor zehn Jahren

Andreas Kästner (Sömmerda), seit längerem unser Mann für die Statistiken im Thüringer Fußball-Verband (TFV) und mittlerweile auch in der Arbeitsgruppe (AG) „Archivwesen im TFV“ ein wichtiger Mitstreiter, schaut für uns in diesen Tagen und Wochen in sein schier unerschöpfliches Archiv. Wir haben mit ihm vereinbart, dass er einfach mal heraussucht, wie der Ball in Thüringen in der jüngeren Geschichte rollte.

Dabei verzichten wir bewusst auf eine Chronologie. Natürlich gibt es auch weiterhin unsere Serie zur „30 Jahren Fußball im TFV“, die wir immer donnerstags veröffentlichen. Hier ist Archivchef Dr. Jörg Lölke unser unverzichtbarer Partner.

Heute: Thüringer Fußball vor 20 Jahren

„Am 18. März 2000 stand der 21. Spieltag der Saison 1999/00 in der Thüringenliga auf dem Spielplan. Drei der sieben angesetzten Spiele fielen den Witterungsbedingen zum Opfer, darunter auch das des klar führenden BSV Eintracht Sondershausen beim SSV Jena-Lobeda. Damit hatte der spätere souveräne Meister bereits drei Spiele Rückstand zu seinem Verfolger FC Rot-Weiß Erfurt II. Die Rot-Weißen dagegen lagen trotz eines klaren 6:2 beim FSV Kali Werra Tiefenort, der am Saisonende in die Landesklasse absteigen musste, noch immer sieben Punkte hinter den Sondershäusern. In der Erfurter Aufstellung war unter anderem auch der Name des heutigen TFV-Geschäftsführers Thomas Münzberg zu finden.

Interessant die Bewegung in der Tabelle bis zum Spieljahresende: Noch auf dem 6. Platz rangierte der VfB 09 Pößneck, der die Saison dann zum vierten Mal in Folge als Vizemeister abschloss. Der FC Rot-Weiß II dagegen konnte in den ausstehenden acht Spielen gerade einmal noch einen einzigen Punkt einfahren, es blieb ihm in der Abschlusstabelle der zehnte Platz.

Neben Kali Werra mussten die frühzeitig abgeschlagenen Lobedaer und der SV Motor Altenburg in die Landesklasse absteigen, was sich in diesen Märztagen schon recht deutlich abgezeichnet hatte.

Der FSV Schleiz (Ost) und der FC Union Mühlhausen (West) führten in den beiden Staffeln der Landesklasse. Den Aufstieg schafften nur die Mühlhäuser. Dagegen ging Schleiz im Schlussspurt der Ost-Staffel mit drei Niederlagen in Folge sichtlich die Luft aus, wodurch für den 1. Sonneberger SC, der seine letzten zehn Spiele (27:1 Tore) gewann, der Weg zum Aufstieg frei wurde, da auch der zwischenzeitlich führende SV 08 Steinach und Verfolger TSV Gera-Zwötzen die Sonneberger nicht mehr aufhalten konnten.  Deren damaliger Höhenflug  gipfelte schließlich in der Folgesaison im Gewinn der Vizemeisterschaft Thüringens.

Auch in diesem Beitrag ein Blick in die sieben Staffeln der Bezirksliga, die in ihrer Form die fünfte Saison seit ihrer Einführung 1995 absolvierten. Mit dem SC Oberlind 06 (St. 2), TSV Bad Blankenburg (St. 3), SSV Marksuhl-Burkhardtroda (St. 5) und SV Empor Buttstädt (St. 6) führten vier spätere Aufsteiger das jeweilige Klassement an. Mit dem 1. SV Gera II (St. 3) und dem FSV Wacker 90 Nordhausen II (St. 7) wurden weitere zwei Tabellenführer am Ende Staffelsieger, nahmen dann aber ihr Aufstiegsrecht nicht wahr. Für sie rückten der SV Schmölln 1913 und der SSV 07 Schlotheim nach, die in den Folgejahren wie Buttstädt auch in der Thüringenliga auftauchten. In Staffel 1 schaffte der FSV 04 Viernau nach seinem freiwilligen Rückzug aus der Thüringenliga noch Staffelsieg und Aufstieg zur Landesklasse.

Bemerkenswert – der aktuell amtierende Meister FSV Martinroda, gegenwärtig in der NOFV-Oberliga Süd aktiv, war in jener Saison 1999/00 noch nicht über die Kreisebene hinausgekommen.“

Andreas Kästner/Hartmut Gerlach