Qualifizierung 12. 10. 2021

Gelungene Online-Veranstaltung zum Thema "Qualifizierungsoffensive mit Einführung der Lizenzpflicht"

Knapp 100 Interessierte waren am Montagabend (11.10.21) zwischen 18 und 19:15 Uhr zugeschaltet, um sich über die vom Vorstand des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) beschlossene Lizenzpflicht zu informieren.

In gewohnt souveräner Art und Weise führte Leistungssportkoordinator Christian Kucharz und Mitglied im Qualifizierungsausschuss, durch die Online-Sendung. Er spielte den Ball dabei immer wieder seinem Kollegen Claudio Mußler, ebenfalls Mitglied des Ausschusses, zu. Mußler erklärte in knapp 20 Minuten auf sehr verständliche und nachvollziehbare Art und Weise das Anliegen und die Gründe der Lizenzpflicht und beantwortete dann die zahlreichen Fragen der Teilnehmer. Das geschah in sehr sachlicher und gleichfalls souveräner Art.

An dieser Stelle einige Schwerpunkte der Ausführungen von Claudio Mußler. Er betonte zu Beginn den Anspruch des Verbandes, Trainer altersgerecht auszubilden und machte, ausgehend von der aktuellen Situation in der Kreisoberliga 20/21, deutlich, wie notwendig das Ablegen von Trainerlizenzen ist. Von 135 Trainern in dieser Spielklasse haben in Thüringen 62 keinen „Schein“. Die Verteilung der Abschlüsse sieht so aus: A-Lizenz (1), DFB-Elite-Lizenz (7), B-Liz (33), C-Liz (18), Teamleiter (14.).

Danach benannte der Redner diese Gründe für das Einführen der Lizenzpflicht:

  • Qualitätssteigerung
  • Sicherstellung der Qualitätsstandards in Training und Wettkampf
  • Altersgerechte Betreuung/Erziehung/Ausbildung von Kindern und Jugendlichen
  • Sicherstellung der Leitlinien und Ausbildungsinhalte im Nachwuchs
  • Drop-Out/Zusammenarbeit – DFB

Im Anschluss erläuterte Claudio Mußler vor allem die Lizenz „Kindertrainer“ und betonte, dass es in den kommenden sechs Jahren darum gehe, zu honorieren statt zu sanktionieren. Es sei damit zu rechnen, dass es eine finanzielle Unterstützung in der Trainerausbildung für die Vereine gebe. Außerdem seien Ausnahmen bei Auf- und Abstieg von Mannschaften geplant.

Alle Lehrgänge würden als Bildungsveranstaltungen anerkannt, womit der Arbeitgeber bis zu fünf Tagen Bildungsurlaub ermöglichen könne. Um dem erhöhten Bedarf gerecht zu werden, so Mußler, seien dezentrale Ausbildungen vorgesehen.

Danach leitete Christian Kucharz noch für fast 30 Minuten Fragen aus dem Teilnehmerkreis an den Referenten weiter. Zum Abschluss ergriff Mike Noack, Vizepräsident für soziale- und gesellschaftspolitische Aufgaben und Qualifizierung, das Wort. Er unterstrich, dass man durch das Projekt keine Ängste schüren wolle. Vielmehr geht es um ein solides fachliches Fundament für jeden Trainer. Noack wörtlich: „Man erfüllt nicht nur eine Pflicht, sondern tut in erster Linie etwas für sich selbst.“ Die Fragen aus der Runde hätten zudem gezeigt, dass an einigen Stellen noch einmal nachgeschärft werden müsse. Deshalb werde man in den Gremien noch bis Ende 2021 über der Aspekte der Trainerlizenzpflicht diskutieren.

Unter den Teilnehmern der Onlineveranstaltung las man auch die Namen von Christopher Graßmuck (TFV-Jugendobmann), Carl Krumbholz (KFA-Vorsitzender Jena-Saale-Orla) und vom Vorsitzenden des Öffentlichkeitsausschusses. An der Vorbereitung und Durchführung der sehr gelungenen virtuellen Veranstaltung waren aus der Geschäftsstelle auch Marc Reinhardt und Christin Lenters beteiligt.

Demnächst ist ein Interview des TFV-Pressesprechers mit Claudio Mußler über die Lizenzpflicht geplant. Dabei sollen vor allem die Fragen der Teilnehmer im Fokus stehen.

Hartmut Gerlach