Köstritzer-Pokal 20. 04. 2019

Keine Überraschung im 2. Halbfinale: Preußen Bad Langensalza setzt sich durch

Im Gegensatz zum 1. Halbfinale, in dem die unterklassige Mannschaft, der FSV Wacker 90 Nordhausen, die höherklassige Vertretung, den FC Carl Zeiss Jena, mit 2:0 besiegte, blieb heute im 2. Halbfinale zwischen dem SV Blau-Weiß Büßleben 04 (11teamsports Landesklasse) und dem FSV 1996 Preußen Bad Langensalza (Thüringenliga) die Überraschung aus.

Aber sie lag 55 Minuten in der Luft. Denn bis dahin führte der Außenseiter vor der stolzen Kulisse von 1.017 Besuchern mit 1:0. Dafür hatte Erik Tschirschky gesorgt, der nach einem Fehler des Gästeschlussmanns ans Leder kam und aus 20 Metern mit einem Aufsetzer ins rechte Eck traf (11.).

Dabei besaß der Thüringenligist die erste Chance durch Tim Müller (3.), doch dann war von ihm lange nichts mehr zu sehen. „Wir haben die erste Halbzeit verschlafen“, charakterisierte Preußen-Coach Gabor Uslar die Zeit bis zum Pausenpfiff von Schiedsrichter Alexander Roßmell, der mit der anständig geführten Begegnung keine Probleme hatte und mit drei Verwarnungen auskam.

Nach 32 Minuten verpasste Büßlebens Robert Simon eine Freistoßeingabe nur ganz knapp. Im Gegenzug fast der Ausgleich, als Hagen Apitius zunächst einen Kopfball von Dominik Finger nur abprallen lassen konnte, im zweiten Versuch aber glänzend parierte (33.). Die nächste Aktion gehört wieder den Blau-Weißen, aber der Schrägschuss von Philip Kreische verfehlte sein Ziel ganz knapp (37.). Mit einem Kopfball von Tobias Eckermann nach einem Eckball (45.) nur Zentimeter über das Gestänge endeten die ersten 45 Minuten mit dem verdienten Zwischenergebnis von 1:0 für den Landesklassisten.

Kurz nach Wiederbeginn hatten die einheimischen Anhänger den Torschrei auf den Lippen, als der Gastgeber dem zweiten Tor durch Tschirschky, der das Leder jedoch verballerte, sehr nahe war (46.). Trainer Mario Wisocki sinnierte hinterher noch darüber, dass die Partie vielleicht anders verlaufen wäre, wenn seine Mannschaft mit 2:0 in Front gezogen wäre. Nach 56 Minuten dann aber der Ausgleich, Müller lupfte die Kugel, nachdem er einen Gegenspieler versetzt hatte, mit viel Übersicht aus 17 Metern in den rechten Winkel. Wenig später der zweite Treffer für den Favoriten. Nach einem Eckball segelte die Kugel an Freund und Feind im Torraum vorbei und am langen Pfosten konnte Eckermann per Kopf problemlos einnetzen (61.).

Büßleben gab sich nach diesem Fast-Doppelschlag nicht auf und war dem Anschluss bei einem fulminanten Schuss, den Arnold wegfaustete, nahe (67.). Doch dann die Entscheidung mit dem 3:1 durch den eingewechselten Thilo Kleinert der richtig stand, als ihn Martin Fiß eine präzise Flanke servierte (76.), Das vierte Tor erzielte der Vorbereiter selbst. Er schloss ein Solo erfolgreich ab (82.). Dennoch war Mario Wisocki stolz auf seine Mannschaft

Unter den Augen von Sven Wenzel, Vorsitzender des Spielausschusses des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) und Staffelleiter für den Landespokal, und Geschäftsführer Thomas Münzberg qualifizierte sich der FSV 1996 Preußen Bad Langensalza damit für das Endspiel im Köstritzer Thüringenpokal am 25.05.19. Wann der Anstoß des Finales im Erfurter Steigerwaldstadion genau erfolgt, legen der DFB und die ARD für den „Finaltag der Amateure“ erst Anfang Mai fest.

Uns das sagten die Trainer dem Verfasser kurz nach dem Abpfiff:

Mario Wisocki (SV BW Büßleben 04):

„Zunächst bin ich megastolz auf die Truppe. Wir haben Bad Langensalza eine Halbzeit Paroli geboten und führen 1:0. Und wir kommen heraus und müssen bei der Riesenchance von Tschirschky, der den Ball über das Tor zimmert, das 2:0 machen. Ich weiß nicht, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn wir 2:0 vorn gelegen hätten. Danach können wir das Spiel noch lange offen halten. Der Ausgleich kam unglücklich zustande, als sich eine Bogenlampe ins Eck senkte. Beim 2:1 geht die Ecke an allen vorbei und einer steht blank. Schon liegt man 1:2 zurück. Das war natürlich für die Mannschaft sehr, sehr ärgerlich. Ich denke, wir haben unter dem Strich sicher ein Tor zu hoch verloren. Wir haben es uns leider nicht verdient, aber es war hier ein geiler Tag und es war auch das Spiel des Lebens. Büßleben ist jetzt in ganz Thüringen und vielleicht sogar über Ländergrenzen hinaus bekannt geworden.“

Gabor Uslar (FSV 1996 Preußen Bad Langensalza):

„Es war heute in Büßleben eine überragende Kulisse und schönes Wetter. Die 1. Halbzeit haben wir komplett verschlafen. Da war Büßleben viel besser, hat gut in das Spiel gefunden und war griffiger. So wollten wir eigentlich spielen. Von daher musste ich die Mannschaft wachrütteln. Das haben wir auch geschafft. Das 4:1 ist ein ordentliches Ergebnis und das Weiterkommen ist verdient.“

Am Sonntag blicken wir in einer Nachbetrachtung noch einmal auf das Spiel von heute in Büßleben.

Die Statistik:

SV Blau-Weiß Büßleben 04 - FSV 1996 Preußen Bad Langensalza 1:4 (1:0)

Schiedsrichter: Alexander Roßmell (Urbach), Zuschauer: 1.017

Torfolge: 1:0 Erik Tschirschky (11.), 1:1 Tim Müller (56.), 1:2 Tobias Eckermann (61.), 1:3 Thilo Kleinert (76.), 1:4 Martin Fiß (82.

Hartmut Gerlach