DFB/NOFV 14. 05. 2018

Presseschau zum Drittligaspiel FC Rot-Weiß Erfurt - FC Würzburger Kickers (1:3)

 

Zu dieser Partie gibt es den ausführlichsten Text in der „Thüringer Allgemeine“ (TA). Etwas kürzer fallen die Berichte in der „Thüringische Landeszeitung“ (TLZ) und in der „Ostthüringer Zeitung“ (OTZ) aus. In jedem Fall ist Marco Alles der Verfasser. Er wählt die Überschrift „Dem Schmerz zum Trotz“.

Alles beginnt so: „Wenn es jemanden gab, den es am Samstag zufällig ins Steigerwaldstadion verschlagen hatte, der wäre gewiss nicht auf die Idee gekommen, dass dort der Drittliga-Dino sein zehnjähriges Leben aushaucht. Statt Beschimpfungen, Pfiffen und gar Krawallen reagierten die Rot-Weiß- Fans mit Dauergesang und viel Beifall auf den Abstieg des Vereins. Selbst die 1:3-Schlappe gegen Würzburg vermochte ihnen die Laune nicht zu verderben. Es schien, als wollte der treue Anhang die letzten 90 Drittliga-Minuten noch einmal genießen.“ Auch Stefan Emmerling zollte den Fans Respekt. Erfurt konnte Würzburg nur in der ersten Halbzeit Paroli bieten, musste dann aber zufrieden sein, nur mit 1:3 verloren zu haben.

Danach beschäftigt sich Alles mit feststehenden und möglichen Abgängen. Sportdirektor Oliver Bornemann sprach davon, dass es das Ziel sei, dass Erfurt mittelfristig wieder in der 3. Liga spielt.

Auch der Kommentar in der TA ist von Marco Alles. Seine Überschrift „Leiden und Leidenschaft“. Er bescheinigt zunächst den Fans in puncto Leidenschaft und Leidensfähigkeit Erstklassigkeit. Da begründet er so: „Zu ertragen hatten sie wahrlich genug: Erst das finanzielle Vabanquespiel des alten Präsidiums, dann das Zerschlagen sämtlicher Strukturen durch die neue Führung, Rücktritte auf allen Ebenen, sportliche Pleiten am laufenden Band. Sieben Niederlagen am stück zum Saisonabschluss bei einem Torverhältnis von 1:24 sagt alles über den Zustand der Mannschaft.“ Er könne verstehen, das Spieler in einer solch unbefriedigenden und ungewissen Lage das weite suchten. Schließlich gehe es, weil hinter jedem Kicker auch eine Familie stehe, ums Geldverdienen. „Wer von ihnen hätte nicht auch dne sicheren und lukrativeren Weg gewählt?“

In „Freies Wort“ (FW) titelt Ulrich Klemm „Tränen lügen nicht“. Nach 380 Spielen und 3.578 Tagen sei bei RWE Schluss mit der 3. Liga. Doch hier habe man gelernt, anständig mit dem Misserfolg umzugehen. Klemm schreibt: „Knapp 5500 Zuschauer pilgerten zur sportlich bedeutungslosen Abschiedsvorstellung gegen Würzburg ins Steigerwaldstadion, um noch einmal ihre Dankbarkeit für zehn Jahre Drittliga-Zugehörigkeit auszudrücken. Von der ersten bis zur letzten Minute herrschte eine Atmosphäre, die man eher bei einem Aufstiegskandidaten verorten würde.“ Weiter heißt es: „Aus dem 27 Mann starken Kader dürfte maximal ein Dutzend Spieler übrig bleiben – zumal immer noch ungeklärt ist, ob RWE kommende Saison überhaupt in der Regionalliga antreten kann. Der Verlauf des Insolvenzverfahrens spielt hierbei die entscheidende Rolle, an der Zulassung durch den Nordostdeutschen Fußballverband wird es hingegen kaum scheitern.“ Und er schließt so: „Es steht ein gewaltiger Umbruch hervor. Deshalb verbieten sich Träumereien vom sofortigen Wiederaufstieg. Es geht darum, erst einmal Boden unter die Füße zu kriegen und eine Saison aufzuarbeiten, die mit der Insolvenz und sportlich erzielten 23 Punkten aus 38 Spielen ein Schuss in den Ofen war.

Ausführliches in den Printausgaben und im Internet.

Hartmut Gerlach