Schiedsrichter 21. 09. 2023

„Rennsteiger“ wurden erneut gefördert

Der Schiedsrichterausschuss (SRA) des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) führte vor kurzem erneut einen Lehrgang für die so genannten „Rennsteiger“ durch. Hier werden seit vielen Jahren talentierte junge Unparteiische unter der Leitung von Sandy Hoffmann, der von Peter Weise (SRA) und Patrick Hofmann (Lehrstab) unterstützt wurde, gefördert. Diesmal war auch eine kleine Delegation aus Hessen in der Landessportschule Bad Blankenburg dabei.

Von Neuling Jan Vogt erhielten wir diesen Bericht:

"Von Freitag bis Sonntag hatte ich das Privileg, an einem Schiedsrichterlehrgang teilzunehmen, der von der TFV-Fördergruppe „Rennsteiger“ veranstaltet wurde. Gemeinsam mit drei hessischen Schiedsrichterkollegen reisten die Mitglieder der „Rennsteiger“-Fördergruppe am Freitag an, um an diesen aufregenden und lehrreichen Tagen dabei zu sein können.

Die TFV-Fördergruppe „Rennsteiger“, zu der ich mich seit dieser Saison zählen darf, hat das Ziel junge, talentierte Schiedsrichter zu fördern und in der Entwicklung zu unterstützen … natürlich auch mit dem Ziel der Unparteiischen, sich für höhere Klassen zu qualifizieren.

Der Lehrgang begann am Freitag direkt nach der obligatorischen Begrüßungsrunde und gemeinsamen Abendessen mit einem Regeltest, selbstverständlich unter Leitung von Regelfuchs und „Rennsteiger“-Chef Sandy Hoffmann. Dieser diente dazu, die Kenntnisse der Fußballregeln zu prüfen und aufzufrischen. Es war eine gute Gelegenheit, das eigene Wissen auch in Bezug auf nicht alltägliche Situationen zu testen und sicherzustellen, dass wir auf dem neuesten Stand der Regeln sind. Die anschließende Bewegung und Regeneration ließen wir in lockerer Runde ausklingen, was gute Gespräche und interessante Erfahrungsaustausche ermöglichte.

Am Samstag stand als erster Tagesordnungspunkt eine Videoschulung auf dem Programm. Auch hier haben wir gemeinsam mit Sandy und Peter verschiedene Spielszenen angesehen und analysiert. u. a. unter dem Aspekt wie die Schiedsrichterentscheidungen in diesen Situationen getroffen wurden und ggf. hätten getroffen werden sollen. Mir half das, die Beobachtungsfähigkeiten und Kriterien zu schärfen und als Folge hoffentlich die Entscheidungsfindung zu verbessern. Dies ist aus meiner Sicht gerade auch im Hinblick auf eine gemeinsame Linie der Unparteiischen wichtig, hilft es berechenbare und nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen.

Wir verließen die Schulungsräume und widmeten uns Laufbahn und Sportplatz, um uns um die körperliche Fitness zu kümmern. Die Laufeinheit begann mit einem Fifa-Test, der „nur“ zur Erwärmung gedacht war, zumindest versicherte uns das unser Fitness-Guru Patrick Hofmann. Patrick, der mit seinem ansteckenden Enthusiasmus immer für gute Laune sorgte, erklärte uns, dass dieser Test uns auf das vorbereiten würde, was noch kommen würde. Irgendwie beschlich uns aber das Gefühl, dass Patrick hier wohl ein eigenes Verständnis von "Erwärmung" hatte ;)

Nach diesem „sanften“ Aufwärmen folgten Sprints und Intervalltrainingseinheiten. Die Pausen zwischen den Einheiten und Sprints waren so kurz, dass wir uns fragten, ob die Uhr überhaupt noch funktionierte. Patrick, der uns mit unerschütterlichem Optimismus anspornte, verglich uns bereits mit den zukünftigen Leichtathletik-Olympioniken. Ob er da die deutschen Ergebnisse der Leichtathletik-WM im Sinn hatte? Letztlich haben wir es alle gemeistert und Einige ein Andenken in Form eines schönen Muskelkaters für die nächsten Tage mitnehmen können.

Nächstes Highlight war eine gemeinsame Spielbeobachtung, dafür auserkoren wurde ein Spiel in Saalfeld. Neben der Livebeobachtung haben wir das Spiel auf Video festgehalten, um entscheidende Szenen später noch detaillierter zu analysieren und bewerten zu können.

Am Abend wagten wir uns dann noch auf den Fußballplatz, um selbst mal eine Runde zu kicken. Die Fußballfinesse wirkte zwar an der einen oder anderen Stelle etwas eingerostet, aber in Summe lieferten wir doch ein ganz passables Spiel ab. Ein unvergesslicher Abend voller Spaß und tollem Wir-Gefühl.

Der Sonntagmorgen war dann der Spielbeobachtung vom Samstag gewidmet. Wir haben die Aufnahmen gesichtet und einzelne Entscheidungen genau unter die Lupe genommen und diskutiert. Diese Nachbesprechung fand ich äußerst lehrreich, da ich auch einige Punkte und Hinweise für meine eigenen Spielleitungen mitnehmen konnte.

Sonntagmittag, nach einigen Tipps und Anweisungen für die laufende Saison und der Lehrgangsauswertung verabschiedeten wir uns und traten die Heimreise an.

Im Fazit ein toller, kurzweiliger und lehrreicher Lehrgang. Das Besondere für mich waren am Ende aber nicht die obligatorischen Tagesordnungspunkte, sondern das Team aus Lehrgangsleitung und Teilnehmern.  Wir haben nicht nur als individuelle Schiedsrichter gelernt, trainiert und gewetteifert, sondern als Gruppe. Die beiden Abende ließen wir im ‚berüchtigten’ Champions-Pub der Landessportschule ausklingen. Es war großartig zu sehen, wie sich über die Tage hinweg eine echte Gemeinschaft und Freundschaft entwickelte. Insgesamt war der Rennsteigerlehrgang für mich eine fantastische Erfahrung. Wir haben unser Regelwissen gefestigt, unsere Beobachtungsfähigkeiten und Selbstreflexion geschärft und eine starke Gemeinschaft aufgebaut. Ich bin überzeugt, dass diese Erfahrungen dazu beitragen werden, uns zu besseren Schiedsrichtern zu machen. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, an diesem Lehrgang teilzunehmen, und freue mich auf die zukünftigen Veranstaltungen.

Jan Vogt

PS: Ein großes Dankeschön geht hier natürlich an Patrick, Peter und Sandy, die uns all das ermöglicht haben. Vielen Dank!

Das sind die „Rennsteiger“:

(Von links): Andre Blank. Sandy Hoffmann, Nils Schröter, Jan Vogt (neu), Leon Metz.  Paul Bräuer,  Hanna Dietrich, Luis Tyral, Konrad Schaarschmidt, Maurice Moszcynski,  Jason Poser, Peter Weise Patrick Hofmann

Hartmut Gerlach