Sportgericht 13. 05. 2022

Urteil im C-Junioren Landespokal

In der Sportrechtssache mit den Parteien JFC Unstrut Eagles e.V. - Antragsteller – und SV 08 Steinach e.V. - Betroffener –hat das Sportgericht des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) im schriftlichen Einzelrichterverfahren gemäß § 21 der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) des TFV für Recht erkannt:

  • Der Einspruch des Antragstellers wird zurückgewiesen.
    Die durch den Antragsteller gezahlten Gebühren sind verfallen.
    Die Kosten des Verfahrens trägt der Antragsteller.

Das war der Hintergrund:

„ … Die SG SV 08 Steinach setzte während des Pokalspiels am 24.04.2022 einen Spieler von Spielbeginn ein, welcher vorher als Wechselspieler im Spielbericht benannt worden ist. Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen das benannter Spieler zu keiner Zeit im Spielbericht als aktiver Spieler auftaucht, sondern lediglich immer noch als Wechselspieler deklariert ist.

Unserer Bewertung nach, hat es sich um einen unberechtigten Einsatz des Spielers gehandelt, welcher zwar spielberechtigt ist, sich aber zu keinem Zeitpunkt des Spieles auf dem Spielfeld hätte aufhalten dürfen, da er eindeutig als Wechselspieler benannt worden ist und auch nach unserer Einschätzung nicht eingewechselt worden ist … .“

So wird das Urteil unter anderem begründet:

„Fest steht, dass der Spieler (von Steinach) für das gegenständliche Spiel sowohl eine gültige Spielberechtigung als auch eine Einsatzberechtigung hatte. Die Spielberechtigung,
die im Übrigen genau nach § 14 Ziffer 5 Abs. 5 der Spielordnung des Thüringer Fußball- Verbandes e.V. vor dem Spiel überprüft und nicht von den Verantwortlichen der Mannschaft des Antragstellers in Frage gestellt wurde, begründet sich aus der Vorlage des gültigen Spielerpasses des Thüringer Fußball-Verbandes e.V. (geregelt in § 5 der
Spielordnung des Thüringer Fußball-Verbandes e.V.).

Die Einsatzberechtigung für das gegenständliche Spiel erwächst aus dem Eintrag des Spielers im Spielberichtsbogen. Nach § 14 Ziffer 5 Abs. 3 der Spielordnung des Thüringer
Fußball-Verbandes e.V. müssen alle Spieler, die an einem Spiel teilnehmen sollen, vor dem Spiel im Spielberichtsbogen eingetragen sein. Dies ist in vorliegendem Fall auch
geschehen. Der organisatorische Mangel bei den Verantwortlichen der Mannschaft des Betroffenen liegt zwar auf der Hand, es wurde tatsächlich versäumt, die beabsichtigte
Änderung in der Startaufstellung korrekt im Spielberichtsbogen zu verankern, jedoch kann dies nicht zu einer Umwertung des gegenständlichen Spiels führen. Denn nach § 14 Ziffer 5 Abs. 3 der Spielordnung des Thüringer Fußball-Verbandes e.V. kann nur das Mitwirken eines Spielers, der nicht auf dem Spielberichtsbogen vermerkt wurde, zu einem unberechtigten Einsatz eines Spielers führen, der in der Konsequenz im Regelfall zu einer Wertung des Spieles führen kann.

Wörtlich heißt es: „... Spieler, die nicht im Spielbericht eingetragen sind, dürfen nicht am Spiel teilnehmen. Zuwiderhandlungen bedeuten unberechtigter Spielereinsatz, der durch
das Sportgericht zu ahnden ist.

Da der Spieler im Spielberichtsbogen eingetragen war und eine gültige Spielberechtigung besaß, erfolgte sein Mitwirken auch rechtmäßig. Dass er von Beginn an spielte, obwohl er im Spielberichtsbogen als Wechselspieler aufgeführt war, ist also allenfalls ein formaler Fehler, dessen Ahndung im Ermessen des zuständigen Staffelleiters steht.
Da aus der Sicht des Sportgerichtes kein unberechtigter Einsatz eines Spielers vorliegt, ist der Einspruch des Antragstellers zurückzuweisen ... ."

Hartmut Gerlach