Verbandsgericht 09. 01. 2020

Verbandsgericht reduzierte Punktabzug und Geldstrafe für den FC An der Fahner Höhe

Das Urteil des Verbandsgerichts des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) bezüglich der Entscheidung in der Sportrechtsache wegen der „Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls im 3. Jahr (§ 7 Ziffer 6 der Spielordnung des TFV) durch den FC An der Fahner Höhe“ wurde erst am 07.01.20 ohne mündliche Verhandlung verkündet und liegt nun (09.01.20) dem Verbandspressesprecher auch schriftlich vor. Deshalb auch erst heute die offizielle Mitteilung auf der TFV-Internetseite. Andere Quellen berichteten bereits vorher darüber.

So wurde geurteilt:

  • Der Berufung wird antragsgemäß stattgegeben.
  • Gegen den Verein FC An der Fahner Höhe wird gemäß § 43 (18) a der Rechts- und Verfahrensordnung (RuVO) des TFV wegen fehlenden Schiedsrichter im 3. Folgejahr eine Schiedsrichterausfallgebühr in Höhe 250,00 € erhoben.
  • Der FC An der Fahner Höhe wird entsprechend § 43 (18) b RuVO des TFV zu einer Geldstrafe in Höhe von 400,00 € verurteilt.
  • Der 1. Männermannschaft des Vereins FC An der Fahner Höhe – Thüringenliga – werden gemäß § 43 (18) b wegen des Unterbestandes von 1 (einem) Schiedsrichter im 3. Jahr der Nichterfüllung des Schiedsrichtersolls 3 (drei) Punkte im laufendem Spieljahr 2019/2020 abgesprochen.
  • Die Kosten des Verfahrens trägt der TFV.
  • Die Berufungsgebühr ist dem FC An der Fahner Höhe bis zum 20.01.2020 zurück zu erstatten.

Hier die wichtigsten Passagen aus der Urteilbegründung:

„ …  In der Berufungsschrift vom 05.12.2019 trägt der Verein FC An der Fahner Höhe nunmehr vor, dass er im Nachwuchsbereich mit dem Verein FSV 1911 Herbsleben eine Spielgemeinschaft bildet und sie sportrechtlich haftender Verein seien.

Gemäß § 7 Absatz 2 Satz 5 der SpO des TFV sieht vor, dass bei Spielgemeinschaften das Schiedsrichtersoll auch von jedem der beteiligten Vereine auch insgesamt erfüllt werden kann. Im vorliegenden Fall hätte der FSV 1911 Herbsleben insgesamt drei zur Ansetzung geeignete Schiedsrichter gegenüber dem Schiedsrichterobmann des KFA Eichsfeld-Unstrut-Hainich gemeldet. Da der FSV 1911 Herbsleben nur eine Mannschaft am Spielbetrieb im Männerbereich gemeldet habe, können der Überbestand der zwei Schiedsrichter des FSV 1911 Herbsleben der Spielgemeinschaft angerechnet werden. Somit hätten insgesamt fünf Schiedsrichter die Voraussetzungen zum Stichtag 01.07. 2019 erfüllt, so dass nur ein Unterbestand von einem Schiedsrichter für den Verein FC An der Fahner Höhe festzustellen sei.

Die Einlassung des Vereins wurde dem zuständigen Landesschiedsrichterausschusses (LSA) zur Prüfung zur Verfügung gestellt. Der LSA bestätigte die Ausführungen des Vereins FC An der Fahner Höhe derart, dass dem Schiedsrichter-Soll des Vereins insgesamt fünf Schiedsrichter anzurechnen sind.

Aufgrund dieser Feststellung hat der FC An der Fahner Höhe nach Überzeugung des Verbandsgerichtes im Spieljahr 2019/2020 einen Unterbestand von einem Schiedsrichter. Deshalb ist wegen der Nichterfüllung des Schiedsrichter-Solls im dritten Jahr eine Ausfallgebühr, eine entsprechende Geldstrafe wie tenoriert und der Punktabzug von 3 (drei) Punkten vorzunehmen. …“

Hartmut Gerlach